Irène Mélix

Irène Mélix

(geb.1988, Studium der Kulturwissenschaften, dann Bildende Kunst an der HfBK Dresden, Klasse Grossarth)

Irène Mélix versteht sich als Künstlerin und Aktivistin. Mit ihrem konzeptuellen Ansatz arbeitet sie in Überschneidungsbereichen gesellschaftlicher und ästhetischer Fragen.
Die Bandbreite der künstlerischen Medien (Zeichnung, Siebdruck, Linolschnitt, Video) ergibt sich aus der Vielfalt der aufgeworfenen Fragen: historische, soziopolitische, genderspezifische und literarische Recherchen bilden die Ausgangspunkte für die künstlerische Auseinandersetzung.
Anfang 2014 präsentierte sie als team2 (gemeinsam mit Theresa Schnell) bei der Ausstellung „Rauch, der durch Wände geht“ ein kuratorisches Ganzes, dass sich mit Milieus als Orten von Subversivität und dem Durchbrechen des gesellschaftlichen Innen und Außen beschäftigte. Die subversiven Potenziale lesbisch-queerer Subkulturen und Fragen der Inszenierung waren hier zentral.
Die Arbeit von Irène Mélix spielt sich selten nur im Innenraum von Ausstellungen ab. Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Screenings holen politische Fragestellungen mit in die Räume. Darüber hinaus tragen Kunstbücher, Zeitungsformate und Publikationen künstlerischen Auseinandersetzungen in eine größere Öffentlichkeit.
So fuhr im Herbst 2016 im Kunstzug zwischen Dresden und Wroclaw die Grenzgängerin mit, eine Zeitung die sich mit dem deutsch-polnischen Grenzraum, dem Wie und Warum von Grenzen und der Grenzgängerin als anti-nationaler Figur befasste.
Ein Radiostück zur Situation ungarischer Kulturschaffender in der Opposition beschäftigt sich mit der Frage nach der Zukunft Europas (team2, 2017).
Bei der Konferenz STREIK/ARBEIT im Januar 2015 konzipierte sie als team2 eine Ausstellung, in der sie neben klassischen künstlerischen Arbeiten in Kooperation mit gewerkschaftlichen Strukturen eine Auseinandersetzung der anwesenden Kulturschaffenden mit der eigenen Arbeitssituation zum Thema machte.

Eine weiteres Thema in ihrer künstlerischen Arbeit ist die Aktivität im Sinne einer Verselbstständigung der Dinge. Häusern und Töpfen wachsen Haare, Buchstaben machen sich auf zum meutern, aufständige Kringel und nicht zuletzt die Instrumente für Tiefenenttrümmerungen entfalten ihre Wirksamkeit auch jenseits ihres bloßen Ding-seins. Die Tiefenenttrümmerung als Prozess der Wiedernutzbarmachung und Erschließung neuer Bereiche, entlehnt aus ähnlichen Prozessen in der Baubranche, bildet ein grundlegendes Motiv der kulturellen Arbeit von Irène Mélix. Die Geräte für Tiefenenttrümmerungen (Hydraulikhammer, Abbruchgreiferin, Sieblöffel, Tieflöffel, Sortiergreifer) sind Motive und Strategien ihres Aktionsbereiches.
Irène Mélix ist zudem Mitglied des patterned collective, einer Gruppe junger Künstlerinnen, die sich mit dem Muster aus der Perspektive kollektiver Organisation beschäftigt.


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